Alte Wälder aus Kiefern, Eichen und Buchen. Hunderte Seen und ausgedehnte Moore. Strukturreiche Kulturlandschaften mit Einzelbäumen, Hecken und Ackerbrachen. Die Müritzregion gehört zweifelsohne zu den artenreichsten Lebensräumen in Deutschland. Hier erreichen Kranich, See- und Fischadler höchste Populationsdichten. Echte Seltenheiten wie Schreiadler, Zwergschnäpper und Ortolan finden sich ebenso, wie Arten, die früher häufig waren, deren Brutareale in Deutschland aber immer kleiner geworden sind. Darunter der Gartenrotschwanz, der Wiesenpieper oder die Haubenlerche!
Die verschiedensten Naturräume wollen wir zu Fuß, mit dem Rad, dem Kanu oder dem Bus erkunden.
Unsere Basis – ein Hotel im Dorf Boek unweit der Müritz – liegt in einem Übergangsgebiet extensiv bewirtschafteter Kultur- und sich entwickelnder Naturlandschaft.
1. Tag
Ankunft und Abendexkursion
Eigene Anreise (Gerne sind wir Ihnen bei der Buchung Ihrer Anreise mit der Bahn behilflich)
Reiseleiter Andreas Weber erwartet Sie in Ihrem Hotel unmittelbar am Müritz-Nationalpark.
Nachdem Sie Ihr Zimmer bezogen haben, unternehmen wir eine erste Erkundungstour. Das nähere Umfeld des Hotels wird durch vielfältige landschaftliche Strukturen, wie extensiv genutzte Wiesen, trockene Ackerbrachen oder naturnahe Wälder charakterisiert. Sie bedingen eine hohe Artenvielfalt. Nach dem Abendessen geht es in die nahegelegenen Wälder, um Waldschnepfen und Eulen zu beobachten!
2. Tag
Sümpfe und Wälder am Ostufer der Müritz
Wir fahren mit dem Rad durch ein riesiges Sumpfgebiet am östlichen Müritzufer. Aufgrund seiner Größe und seiner Naturausstattung ist es einzigartig in Deutschland. See- und Fischadler, Wander- und Baumfalke, sowie Kranich und Rohrdommel kommen hier, in einer kaum anderswo in Deutschland erreichten Dichte vor. In der Stille der Moorlandschaft wollen wir daneben auch Gesänge von Rohrsängern, Schwirlen und des Pirols hören.
Am Nachmittag besuchen wir den uralten Gutspark in Speck, wo fast jeder alte Baum mit Spechthöhlen versehen ist! Bis zu fünf Spechtarten, die Hohltaube und der Wendehals kommen hier vor.
3. Tag
Ginsterheiden und Militärbrachen an der südlichen Müritz
An der südlichen Müritz überwiegen ehemalige Militärflächen die langsam bewalden. Zusammengefasst in einem Mosaik aus extensiv bewirtschafteten Agrarflächen und zahlreichen Gewässern, haben sich hochwertige Lebensräume mit seltenen Vogelarten, wie Grauammer, Sperbergrasmücke und Schlagschwirl erhalten. Mit etwas Glück entdecken wir auch den Karmingimpel, der in den letzten Jahren sein Vorkommen an der Müritz ausgedehnt hat.
Die Radtour führt uns auch in das Naturschutzgebiet „Müritzsteilufer“, dass nicht zuletzt wegen seines Orchideenreichtums bekannt ist!
4. Tag
Renaturierungsprojekt Stuersche Seen und Insel „Grosser Schwerin”
Das Stuersche Seebecken ist nach Umsetzung eines ehrgeizigen Renaturierungsprojektes, der Ort für die Beobachtung von Wasservögel. Die ausgedehnten Schilfzonen und Inseln beherbergen u.a. vier Taucherarten, Löffel-, Tafel-, Schnatter- und Knäkente, sowie eine Kormorankolonie. Insgesamt wurden hier 73 Brutvogelarten registriert. Im Umfeld dieses einzigartigen Gebietes sind Ortolan, Wachtel und Wiesenpieper anzutreffen.
Am späten Nachmittag werden wir den „Großen Schwerin“ – eine weit in die Müritz hineinragende Halbinsel kennen lernen. Hier halten sich noch immer nahrungsuchende Limikolen (Alpenstrandläufer, Kampfläufer) auf. Außerdem ist das Gebiet von einem Blütenmeer aus tausenden Orchideen (Steifblättriges und Breitblättriges Knabenkraut) überzogen. In das, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Naturschutzgebiet, führt uns Rainer Schwarz ein langjähriger Betreuer und absolute Kenner der Müritzregion.
5. Tag
Kanutour auf der “Alten Fahrt” und Schiffstour über die Müritz
Eine Kanutour auf den naturbelassenen Seen des Nationalparks ist ein unbedingtes Muss. In bequemen Mannschaftskanadiern durchfahren wir die „Alte Fahrt“ – eine besonders urwüchsige Wasserlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Eisvogel, Rohrdommel, Bart- und Beutelmeise kommen hier vor. Am Nachmittag halten wir uns an den Boeker Fischteichen auf, wo auf Nahdistanz Drosselrohrsänger und verschiedene Greifvögel zu beobachten sind!
6. Tag
Naturpark Feldberger Seenlandschaft und Buchenurwald Serrahn
Dieser letzte Tag hält noch einige Überraschungen für Sie bereit. Zunächst geht es zu den Schreiadlern im Naturpark Feldberger Seenlandschaft. In den Jahren zuvor konnten wir hier auch regelmäßig Raubwürger mit Jungvögeln beobachten.
Anschließend wandern wir durch den Serrahner Buchen-Urwald. Große Teile des Areals wurden schon im 19. Jahrhundert unter dem Großherzog von Mecklenburg-Strelitz – mit nur eingeschränkter Waldnutzung – vordergründig für die Jagd genutzt. Seit 50 Jahren besitzt das Gebiet den Status eines Naturschutzgebietes und unterliegt seither keiner weiteren Nutzung mehr. Nach der Wende wurde es in den Müritz-Nationalpark integriert und auf 7000 ha erweitert.
Die urwaldartigen Strukturen waren Hintergrund für zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet der Fauna und Flora. Bekannt wurde Serrahn durch die von 1970-1980 stattfindende Vogelfangaktion „Aktion Baltik”. Zu den Vogelarten, die wir hier erwarten, zählen der Zwergschnäpper und die Hohltaube.
Entlang eines Moorsteges lernen wir das gesamte Spektrum nährstoffarmer Vegetation kennen. Hier wächst neben Fieberklee und Wasserfeder auch der Rundblättrige Sonnentau.
7. Tag
Abreisetag
Nach einer Frühexkursion und dem gemeinsamen Frühstücken endet unsere Reise.
Leistungen
- Fachliche und organisatorische Begleitung durch einen ortskundigen Vegetationskundler und Ornithologen
- 6 Übernachtungen im Doppelzimmer in einem Mittelklassehotel (Gutshaus)
- Frühstück und Halbpension
- Fahrt mit dem Nationalparkbus
- Im Programm genannte weitere Busfahrten
- Extraführung in die Wacholderheide am Ostufer der Müritz und in das Naturschutzgebiet „Großer Schwerin“
- Kanumiete
- Fahrradmiete
Zeiten
1. Juni – 7. Juni 2012
Preise
775,-€/Person im Doppelzimmer
865,-€/Person im Einzelzimmer